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Tokyo: Der Versuch nicht die Axt im Bambuswald zu sein

Als Spezialist für Incentivereisen sind wir Eventagenturen immer auf der Suche nach neuen Zielen, Ideen und Reiseformaten für unsere Kunden. Zum Jahresbeginn durfte ich daher auf Entdeckungsreise gehen und eine für mich völlig neue Destination erkunden: Japan – Das Land der berühmten aufgehenden Sonne. Japan bietet einzigartige Erlebnisse für eine Firmenreise, die die Augen Ihrer Gäste zum Leuchten bringen soll: Fremde Kultur, ein gelungener Spagat zwischen Tradition und Moderne und spannende Kombinationsmöglichkeiten von Städten wie Tokyo, Kyoto und dem Nationalpark um den heiligen Berg Fuji.

Vier bis fünf Nächte vor Ort sollten Sie für ein Firmenevent einplanen, immerhin ist Japan einen Elf-Stunden-Flug entfernt und den Jetlag gilt es auch zu bedenken.

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Ich möchte in diesem Blog von den Dingen berichten, die mich dort wirklich begeistert haben. Zahlen, Daten, Fakten kann man in jedem Reiseführer nachlesen. Vielmehr geht es hier um persönliche Eindrücke und die besonderen Momente, die einen einnehmen und zum Nachdenken anregen.

Beginnen wir mit den ersten Schritten. Die weit verbreitete Sorge bereits bei der Ankunft am Mega-Airport Narita verloren zu gehen, kann man getrost ablegen. Der Flughafen ist genau wie die 38-Millionen-Metropole Tokyo absurd übersichtlich und mustergültig geordnet: Ausschilderungen in englisch, Züge und U-Bahnen auf die Minute pünktlich, ein hoher Sicherheitsstandard in der ganzen Stadt und gastfreundliche, hilfsbereite Japaner lassen einen entspannt ankommen. Schnell wird klar, die japanische DNA besteht aus Präzision, Pünktlichkeit und einem respektvollem Umgang. Die obligatorische und allgegenwärtige Verbeugung geht einem so schnell in Fleisch und Blut über, dass man sie zuhause nur schwer wieder ablegen kann. 🙂

Ja, Tokyo ist riesig, aber dabei irgendwie total geordnet. Beispiel gefällig? Am berühmten Shibuya-Zebrastreifen überqueren tausende Menschen in perfekter Choreographie gleichzeitig einen Zebrastreifen in alle Richtungen – Dynamik völlig neu definiert. Spannend hierbei ist die Harmonie in diesem vermeintlichen Chaos. Das Geheimnis ist ein Prinzip, das die Japaner perfektioniert haben: Kikubari – Rücksichtnahme auf seine Mitmenschen und niemals jemanden belästigen. Diese japanische Form der Achtsamkeit ist allgegenwärtig. So zum Beispiel ist der oft getragene Mundschutz kein Zeichen von Ansteckungsangst, sondern wird getragen um andere nicht anzustecken. Kikubari in Perfektion!

Ich lerne schnell, eine Reise nach Japan ist vor allem eines: Eintauchen in etwas völlig Fremdes, sich einlassen auf andere Umgangsformen – und Tag für Tag zu versuchen, nicht aus westlicher Gewohnheit wie die Axt durch den Bambuswald zu pflügen.

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Spannend ist, dass in Tokyo Tradition und Moderne so eng beieinander liegen, oft sogar miteinander verschmelzen. Ich starte mit einem Spaziergang im virtuellen Blumenregen des Digital Art Museum durch insgesamt 10.000 qm Lichtinstallationen, die immer wieder ihren Platz wechseln, ihre Form wandeln und den Besucher selbst in die Kunstwerke integrieren. Eine digitale Welt ohne Grenzen – das ist die Vision dieser Ausstellung. Wenig später stecke ich bereits im Kimono, hocke (mit eingeschlafenen Füßen 🙂) auf den Tatami-Matten eines Teehauses und lausche der 85-jährigen Meisterin bei einer traditionellen Teezeremonie. Abends bummele ich dann durch das grell-bunte Vierteil Shinjuku mit seinen Manga-Mädchen und schrägen Boutiquen und falle erschöpft ins Bett. Am nächsten Morgen steht ein Besuch auf dem Fischmarkt und ein Trommelkurs auf den traditionellen Taiko-Trommeln auf dem Programm, beides auch tolle Aktivitäten für eine Incentive-Gruppe.

Kurioses begegnet einem natürlich auch in Japan: Toiletten mit Vogelgezwitscher, die konsequente Abwesenheit von Mülleimern in der Öffentlichkeit (der Japaner nimmt seinen Müll wieder mit nach Hause, Kikubari und so …) oder die Tatsache, dass 500 g Erdbeeren schnell mal 30 Euro kosten können. Der Perfektionsanspruch der Japaner macht auch vor Obst & Gemüse nicht halt.

Die japanische Küche ist exotisch, aber keineswegs unangenehm. Zugegeben, Texturen und Zutaten sind mitunter fremdartig, aber Frische und Regionalität suchen Ihresgleichen. Ein japanisches Gericht ist immer ein Kunstwerk; Küchenchefs verbringen Stunden mit dem kunstvollen Drapieren der Speisen und liebevollen Zubereiten der Bento-Boxen.
Besonders begeistert hat mich ein Abend in einer der unzähligen Izakayas, den kleinen Streetfood-Restaurants Tokyos, wo man auf Hockern aus Bierkisten sitzt, Bier aus der Flasche trinkt und dem bunten und lauten Treiben hinterm Grill zusieht. Serviert werden kleine Snacks im Streetfood-Style – ich wusste zwar nicht immer so genau was es war, aber es schmeckt großartig.
In diesen aufregenden Tagen in Tokyo habe ich einen guten Einblick in die Möglichkeiten für Gruppenreisen vor Ort bekommen, wertvolle Partner getroffen und tolle Locations aufgespürt. Besonders im Hinblick auf die Olympischen Sommerspiele, die im Juli und August diesen Jahres in Tokyo stattfinden, ist eine Incentivereise eine Once in a lifetime Erfahrung und besondere Auszeichnung für Ihre Kunden, Partner und Mitarbeiter.

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Was bleibt ist eine neue Sicht auf die alltäglichen Dinge – zusammen mit dem Vorsatz, künftig ein bisschen mehr Kikubari in meinen Alltag zu integrieren. Wer jetzt schon mit den Sushi-Stäbchen klappert, dem seien noch zwei Bücher empfohlen, die mich wirklich begeistert haben: Einen wunderbar leichten Einstieg in alles, was Japan so besonders macht bietet der illustrierte Japan Guide von Marco Reggiani und Sabrina Ferrero: Hintergrundwissen zu Religion und Tradition sowie kuriose japanische Erfindungen anschaulich erklärt und zauberhaft illustriert – die perfekte Einstimmung! Den 11 Stunden langen Flug habe ich (teilweise laut lachend) mit Die Axt im Chrysanthemenwald verbracht. Dieser humorvolle Fettnäpfchenführer hilft uns manchmal so groben Europäern, die klassischen Stolpersteine der japanischen Etikette geschmeidig zu umschiffen und erklärt, warum so manches im Land der aufgehenden Sonne ein wenig anders funktioniert.